“Kunst
machen!“ – von jungen Menschen mit und
ohne Behinderung
Internationales
Symposion zum 4. Internationalen Fest der Sinne 2008
9. bis 12. Oktober 2008 in Lingen (Ems)
Unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Ursula von der Leyen
Das
Europäische Zentrum der International Amateur Theatre Association (AITA/IATA)
veranstaltet vom 9. bis 12.10.2008 die begleitende Fachtagung zum
internationalen „Fest der Sinne – dem Festival der Künste für Menschen mit und
ohne Behinderung“.
Unter dem Titel „Kunst machen!“ – von jungen Menschen mit und ohne Behinderung versucht das 4. „Fest der Sinne“ Tendenzen der künstlerischen Arbeit von Behinderten zu hinterfragen und weiter zu durchbrechen. Ziel der Bestrebungen muss es sein, künstlerische Arbeit mit Behinderten als Kunstereignis zu verstehen und umzusetzen.
Parallel zum Festival der Künste
findet die Fachtagung zum Thema "Die Künste im Kontext der Kulturarbeit
von Menschen mit und ohne Behinderung" statt. Sie richtet
sich an Künstler, Theatermacher, Kulturpädagogen und Lehrer aus der Region
Emsland / Grafschaft Bentheim, den Niederlanden und weiteren europäischen
Ländern. Im Rahmen dieser Tagung sollen unterschiedliche Methoden der Arbeit,
das jeweilige künstlerische, gesellschaftliche und pädagogische
Selbstverständnis vorgestellt und im Kontext der gezeigten Festivalproduktionen
diskutiert werden.
Zentrale Fragestellungen der europäischen Fachtagung lauten:
- Welche Wege zeigen sich in der künstlerischen Arbeit von Menschen mit Behinderung im Spannungsfeld zwischen Lebenskunst und künstlerischem Anspruch?
- Welche Funktionen nehmen die Künste im Zusammenhang gesellschaftlicher Partizipation ein?
- Welche Wirkungen erzielt künstlerische Arbeit in der Entwicklung individueller Kompetenzen?
- Welche unterschiedlichen Ansätze und Methoden der Arbeit gibt es zwischen deutschen und niederländischen Schulen?
Die Fachtagung wird insbesondere ein Symposion der anwesenden Spielleiter mit dem Fachpublikum sein. Um die Fachgespräche durch konkrete Praxisbeispiele zu unterstützen und zudem die Nachhaltigkeit der Tagung zu ermöglichen, werden gezielt Kooperationspartner der Behindertenarbeit aus der Region eingeladen. Dazu gehören u.a. das Christophoruswerk Lingen, das St.-Vituswerk Meppen, die Pestalozzischule in Lingen und die Praktijkschool in Emmen.
Kunst- und Kulturprojekte von und mit Menschen mit Behinderungen schaffen auf der Grundlage des ästhetischen Ausdrucks Möglichkeiten sich kennen zu lernen und machen Integration wirkungsvoll und nachhaltig zum Alltagsthema.
Oftmals sind
es Menschen mit Behinderungen, die sich als Randgruppe gesellschaftlicher
Entwicklungen wiederfinden, die aber in der Kunst spannende und alternativ zum
konventionellen Allerlei kreative Wege einschlagen und die keineswegs ein
Außenseiterdasein fristen müssen. Die Bedingungen ihrer Behinderungen fördern
hohe Kreativität und forcieren das künstlerische Experiment. Ästhetische
Horizonte erfahren eine Erweiterung, die den Künsten notwendige und wertvolle
Impulse verschafft.
Bereichernd
wird zudem die Beobachtung sein, welchen besonderen Stellenwert die künstlerische
Arbeit von Menschen mit Behinderungen in den Niederlanden und in Deutschland,
sowie im europäischen Ausland einnimmt. Der Blick über die Grenzen hinweg zeigt
auf, wie unterschiedlich durch Kunst, Kultur und Gesellschaft jene Rahmenbedingungen
geschaffen werden können, die zu einer Ausweitung des Normalbegriffs führen.
Die
künstlerische und kreative Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen ist
für alle Beteiligten eine Bereicherung und schafft mit kreativen,
fantasievollen und motivierenden Ideen neue
künstlerische Wahrnehmungsmöglichkeiten und ein gesellschaftliches Klima der
Integration.
Workshopangebote
sind sowohl auf der niederländischen, als auch auf der deutschen Seite geplant,
ebenso auch ein Besuch der niederländischen Schüler auf dem Festival, sowie ein
gemeinsamer Workshop mit lernschwachen Schülerinnen und Schülern aus
Deutschland und den Niederlanden.
Das Projekt
wird sowohl in deutscher und niederländischer, als auch in englischer Sprache
ausgeschrieben und im EDR-Gebiet veröffentlicht.
Eine
Dokumentation der Tagungsergebnisse wird die verschiedenen Ansätze vorstellen
und soll gleichzeitig als Handreichung und Impuls für künftiges Handeln dienen.
Veranstalter ist
das European Centre Européen der International Amateur Theatre Association
(AITA/IATA) in Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogischen Zentrum der Emsländischen
Landschaft e.V. und verschiedenen niederländischen Partnern, sowie regionalen
und internationalen Einrichtungen und Verbänden der Behindertenarbeit.
Die Tagungsleitung übernehmen Dr. Lars Göhmann, Europäisches Zentrum und Tom Braun, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.
Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.
Veranstalter:
Europäisches Zentrum der AITA/IATA
Karolinenstr. 9
D-49808 Lingen (Ems)
Projektpartner:
Pestalozzischule Praktijkschool Emmen
Beckstr. 17 Oude Roswinkelerweg 15
D-49809 Lingen (Ems) NL-7822 AB Emmen

